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Ein roter Faden, der hier beginnt

Als Sohn des Kunstmalers Heinrich Gutjahr und seiner Frau Luise geb. Meyerhuber in Furtwangen
als Nesthäkchen geboren, begann mein Leben am 09.Juli im Kriegsjahr 1940 zum Zeitpunkt wie die
Länder Elsass Lothringen wieder  deutsch  wurden. Von  daher  also  mein  Name  laut  Eintrag  im
 Gästebuch der Familie durch meinen Paten  Eduard Quintes aus Mannheim.


Ort des Geschehens die Wohnung in der Bismarckstrasse 18, im Hause Dampfbäckerei Jakob Becker.

Als Zeitzeugnis hier eingefügt,

Möge das bezeugen, dass die damalige Gesinnung des Durchschnittsmenschen keineswegs vom Widerstand
gegen das etablierte System geprägt war, wie man heute manchmal zu glauben genötigt werden soll.

Meine erste Erinnerung an diese Zeit ist alptraumhaft an die Fliegeralarme, zu denen die Bewohner
alle in den  Keller  flüchteten. Der unten  mit untergebrachte  Schweinestall und wilde Geschichten
um kleine Kinder fressende Eber, welche von einem Bäckergesellen zum besten gegeben  wurden
trugen das ihre dazu bei, dass frühkindlich eingebrannte Erinnerungen eher "schweinemäßig" sind.

 

August 1941

 

Hier staune ich heute selbst, was für eine schöne Mama
mit so einem netten Bübchen

( meine spätere Hutgröße 63 zeichnet sich aber  schon ab )

"Mollikopp"

 

 

Die Zeit des Krieges  ging in meiner Heimatstadt Furtwangen  trotz später nachgewiesener intensiver
Rüstungsindustrieaktivitäten  fast  unmerklich vorüber. Als Kind war man wenig bis gar nicht von den
Verlusten an der Front betroffen. Mit dem Kriegsende und der  französischen Besatzungszeit kam dann
allerdings auch bei uns Schmalhans als Küchenmeister auf. Die Nachkriegsjahre waren von Hunger und
bei uns Kindern oft auch von Mangelerscheinungen geprägt. Die ersten Carepakete aus USA trafen ein
und es zeigte sich schnell, dass die zum Teil recht fetten Nahrungsmittel gar nicht vertragen wurden.

Gleich nach dem Kriege hieß es dann der Ernst des Lebens beginnt und die Einschulung  im Frühjahr
1946  erfolgte so  eben nach dem Auszug der in der Schule untergebrachten marokkanischen Truppen.
 Dank der wenigen noch vorhandenen Lehrer im Pensionsalter, war doch noch ein Unterricht in allen
 notwendigen  Fächern möglich. Diese Nachkriegsjahre waren für uns Kinder interessant und  geprägt
 von "technischem  Spielzeug", welches  von  nicht  ungefährlichen  Munitionsteilen bis hin zu allerlei
 Hinterlassenschaften  der  am  Kriegsende schnell aufgelösten Flak - und Kampfverbände  reichten.

 

Absolut bezeichnend für die damalige Zeit sind die selbstgeschneiderten Hosen,
welche von Muttern wie man deutlich sieht zum Hineinwachsen hergestellt wurden.

1948 wenn ich mich richtig erinnere sponsorte die Firma Opel die ersten
Seifenkistenrennen indem man für wenig Geld die Grundausstattung wie
Räder, Achsen,  Lenkrollen und Bremsenteile bekommen konnte. Ich bin
meinen Eltern heute noch dankbar, dass sie mir das ermöglicht haben.

Im wesentlichen war es vielleicht auch die Freude ,meines Vaters, der
letztendlich den Bau vorangetrieben  und auch die farbliche  Gestaltung
übernommen hatte.