Kirchenorgel


 

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Denzlingen 1972 Faszination Orgelbau

Mit dem Wunsch, eine elektronisch gesteuerte selbstspielende Pfeifenorgel zu realisieren begann ein mehrjähriges Hobby, welches zunächst auf größere Widerstände stieß, da es nahezu unmöglich schien an Material zu kommen. Erst der Bau eines elektronischen Stimmgerätes für einen lokalen Orgelbauer öffnete dessen Altmateriallager für mein Hobby und so entstand in unserem Keller eine elektropneumatische Pfeifenorgel mit 7 Registern und konnte so von dem kurz darauf fertiggestellten "elektronischen Organisten", einer mit Bandspeicher betriebenen Elektroniksteuerung sowohl Gespieltes Aufzeichnen als dieses auch fehlerfrei wiedergeben.

Zwei Klaviaturen und das Pedal aus einem elektrisch traktierten Spieltisch ermöglichten das leichte Einspielen von Musikstücken. Leider gibt es so gut wie keine Bilder aus dieser Anfangsphase. Ein Blick durch die Tür in den zweiten Kellerraum zeigt nur einen Teil des Orgelwerkes. Nicht zu sehen sind die dahinter stehenden Register und der quer liegende Subbass 16 des Pedalwerks.

Eines Tages bekam ich Besuch von dem katholischen Pfarrer Herr Dekan Hermann Hoch, welcher mich fragte, ob ich keine Lust hätte meine kleine Orgel als Provisorium in die neu zu bauende Kirche einzubauen ?

Schnell wurde aus dem Wunsch bei mir die Vorstellung, aus meinem Material und dem der Orgel  der  evangelischen  Kirche in Waldkirch, welche wegen  Umbau  der Kirche frei wurde, ein größeres Werk zu bauen. Mit Unterstützung des Pfarrgemeinderates wurden die notwendigen Mittel zum Ankauf von Gebrauchtmaterial und alle den notwendigen Materialien zur Restaurierung freigegeben und die Firma Kautz stellte großzügig zwei Etagen  der  alten Zigarrenfabrik  als Lager und  Werkstatt zur Verfügung. Neben der Waldkircher Orgel wurden Teile der abgebauten Orgel aus Freiamt-Mussbach und Teile
 aus einer kleinen Orgel aus dem Raum Villingen-Schwenningen mitverwendet.

So entstand in den nächsten Jahren ein Konzept mit 4 Werken, welches jedes für sich
 in der "Fabrik" erklang, wieder zerlegt wurde um dann nachdem das Dach fertiggestellt war etwas ungewöhnlich bereits in der Rohbauphase der Kirche  eingebaut zu werden.

Am Tag der Kircheneinweihung Erzbischof Dr.Hermann Schäufele, Alexander Schmiedl
Lothar Gutjahr und der für die Kirche zuständige Künstler Helmut Lutz aus Breisach.
Der Erzbischof brachte sein Erstaunen zum Ausdruck bei einer Kircheneinweihung 
zum ersten mal eine Einweihung mit Orgelmusik gehabt zu haben.


 

Als Vorschaubild bis zu weiterem Ausbau dieser Seite möge zunächst ein alter Zeitungsausschnitt dienen, welcher sich über die Zeit gerettet hat.

Durch die elektropneumatische Traktur war es möglich alle 4 Werke flächig an den Kirchenraum anzubinden und so eine ausnahmsweise schöne Klanganbindung zu schaffen. Diese wurde später durch den Umbau auf eine mechanische Traktur zwangsläufig zerstört, weil die mechanische Traktur auf ein Voreinander und Übereinander der einzelnen Werke angewiesen ist und somit die ganze untere Ebene mit in die zweite Ebene umgezogen wurde und sich klanglich betrachtet die einzelnen Werke gegenseitig im Wege stehen.

So klingt das Schwellwerk wenn geschlossen, nicht nur sehr leise, sondern auch als  käme der Klang von außen.

Leider habe ich damals dem Wunsch des Organisten nach einer mechanischen Traktur widerstandslos nachgegeben. Man hätte die leichtgängige elektrische Klaviatur auch durch Gewichte oder andere Mittel schwergängiger machen können. So wurde um leichtfertige Patzer dieser Person beim Zugreifen auf die Klaviatur zu verhindern ein schönes Klangbild zerstört und vermutlich auch vielen Spielerinnen und Spielern die eine oder andere Sehnenscheidenentzündung beschert.

Ich erlaube mir diese Kritik am Pfarrgemeinderat nachträglich  nach all den Jahren, weil mir heute klar ist, dass die Aussage von Professor Hammer aus Paris, der die Orgel im alten Zustand gespielt hat und der meinte noch nie so eine harmonische Anbindung an einen Raum erlebt zu haben, wirklich Grund genug hätte sein müssen, mich gegen das Umbaukonzept auf eine mechanische Traktur und den zwangsläufigen Umbau der Werksanordnung mit aller Kraft  zu wehren .

 

 

 

Rückblick

Die folgenden Bilder zeigen Details, welche beim Restaurieren der Kegellade des Waldkircher
Pedalwerkes vorgefunden wurden. Um auch bei eventuellem Arbeiten des verwendeten
Holzes luftdicht zu bleiben hat man die Kanzellen mit Papier ausgeklebt. In diesem Fall
wurden Schulhefte verwendet. So kann auch der Bau dieser Lade auf kurz vor dem ersten
Weltkrieg  datiert  werden. Im  ersten  Foto  ist wohl  die  Idee  eines  der Waldkircher
Orchestrions erklärt oder festgehalten worden. Das Bild zeigt ein Kegelventil, wie man
sie in diesen Kegelladen gebaut hat.

 

 

 

Kegelventil

Aus dem Diktat vor 100 Jahren

Inspektion Kegellade

18.März 1912

Der Stimmgang im alten Pedalwerk in Waldkirch

Teile der Waldkircher Mixtur im Pedalwerk